Ost Siberian Laika
Es gibt keine klare Grenze auf der Karte welche die Verbreitung der West und Ost Siberian Laika markiert. Wir können nur über lokal vorherrschende Typen der Hunde sprechen. Tatsächlich wurden Hunde die denen von Mansi und Hanty ähnlich sind bei Einheimischen gefunden, welche weit verstreut in Ostsibirien leben. Ostsibirien ist ein weites Land und in seinen Territorien werden viele Typen der ursprünglichen Hunde zum Schlittenziehen genutzt, zum Jagen und zur Arbeit mit den Rentierherden, oder auch eine Kombination von allen diesen Arbeiten. Östlich des Baikalsees und noch weiter in den fernen Osten Russlands, am Amur Fluss und im Maritime Territorium werden grosse und starke Laikas zur Jagd auf dort lebene Tiere verwendet. Diese Hunde hoben sich als Reinzucht der Ost Siberian Laika hervor.
Herkunft:
Die Ost Siberian Laika stammt von Hunden aus der Baikalsee Region, aus der Region Irkutsk, und aus dem Evenki Nationalterritorium, dem Flussgebiet des Amurs und dem Maritime Territorium. In Ostsibirien sind jungsteinzeitliche Fossilien von Hunden bekannt. Durch das spitzähnliche Aussehen der einheimischen Hunde, scheint es am wahrscheinlichsten das sie von Stämmen die vom Westen übersiedelten mitgebracht wurden. Übersiedlungen aus der Mongolei und aus China sind ebenfalls aufgetreten, und dies ist vermutlich eine Erklärung bestimmter Merkmale chinesischer und japanischer Hunde unter den urtümlichen Laikas welche in den niederem Flussgebiet des Amurs und Vladivostok leben. Laikas aus diesen Bereichen Ostsibiriens sind ziemlich unterschiedlich in der Grösse, den Kopfproportionen, der Grösse der Ohren und der Form und der Haltung des Schwanzes. Einige dieser Variationen gelten in Ostsibirien nach wie vor als reinrassig.
Ein Naturbiologe, K.G. Abramow ernannte den ersten Zuchtstandard der Ost Siberian Laika. Er basierte auf dem vorherrschenden Typ der Laika aus der Amur Region, welche zur Jagd und zum Schlitten ziehen eingesetzt wurde.
Hervorhebend ist der langgliedrige Körper, die kräftigen Beine und der grobe Kopf mit einer kräftigen Schnauze. Dieser Standard ist bis in die 60iger erhalten geblieben. Jedoch gab es viele grosse, aber leicht gebaute nahezu quadratische Hunde in Ostsibirien, welche ausschliesslich zur Jagd verwendet wurden. Beide Typen wurde gekreuzt, dadurch brachte es einen breitere Vielfalt des neu etablierten Zuchtbestandes. In den 70iger Jahren verschwanden die reinen Typen der ursprünglichen Laika aus den grossen Städten Ostsibiriens hin zum Fluss Amur.
Dann entwickelte sich in Regierungskennels in Irkutsk eine systematische Zucht der Ost Siberian Laika mit registrierten Papieren. Auch in Leningrad wurde zu dieser Zeit die Ost Siberian Laika reingezüchtet. In 1979, nach Voilochnikov und Voilochnikov(1982), waren in den Zuchtbüchern der russischen Jagdhunde 39 Ost Siberian Laikas verzeichnet. Im Irkutsk Kennel waren Julbars und Bulka die Hauptzuchtrüden. Julbars wurde im Bezirk Kachug, in der Provinz Irkutsk gekauft. Er war ein grosser Hund. Seine Mantelfarbe war schwarz mit rötlichem Schatten und weissem "sable" Muster. Sein Kopf war grob, mit einer massigen Schnauze etwas kürzer als der Schädel. Bulka wurde aus der Evenki National Province gebracht. Er war ebenso gross und kraftvoll wie es Julbars war. Seine Mantelfarbe war schwarz/weiss. seine Schnauze war kurz und massig, der Kopf war oben runder und die Ohren waren klein. In Leningrad war die Mehrheit der Ost Siberian Laika anders. Diese Hunde waren leicht gebaut, mit schlankem Kopf und mit einer langen keilförmigen Schnauze ähnlich der West Siberian Laika. Tatsächlich wurden beide Laika Typen im Zuchtprogramm der Ost Siberian Laika verwendet, mit dem Resultat das einige Varianten dieser Zucht bis heute bestehen. Dies mag ein Thema sein für einen ShowDog orientierten Züchter, aber es ist vorteilhaft für die genetische Gesundheit der Zucht.
Aussehen:
Die Ost Siberian Laika ist ein grosser und starker Hund, zur Jagd und zum Ziehen von Schlitten fähig. Er ist die grösste russische Laika die zur Jagd eingesetzt wird. Rüden sind 55 - 66 cm gross, gemessen an der Schulter; Hündinnen sind 53 - 60 cm gross, gemessen an der Schulter. Der Zuchtstandard schreibt vor, das Rüden am Kreuzbein um 1,5 bis 2,5 cm niedriger sind als an der Schulter, bei Hündinnen 1,5 cm.
Fell:
Der Mantel ist mittellang und doppelt, mit geradem, rauen Deckhaar und weicher dichter Unterwolle. Am Nacken, an der Schulter und um den Kopf sind die Haare länger, sie formen einen Kragen der bei den Rüden besonders ausgebildet ist. An den Pfoten zwischen den Zehen bilden die Haare eine Bürste. Am Schwanz sind die Haare länger, besonders auf der Unterseite, jedoch ohne Federbildung. Die Fellfarben sind schwarz und weiss, reinschwarz, grau, rot und braun in jeglichen Schattierungen. Der Zuchtstandard bevorzugt "sable" schwarz mit symetrischen weissen Muster auf dem Kopf, Nacken, der Brust, und den Senken (Seiten) des Körpers und den Innenseiten der Beine und des Schwanzes. Flecken auf den Beinen der selben Farbe wie am Körper sind erlaubt.
Zucht:
Reinrassige Hündinnen der Ost Siberian Laika kommen einmal pro Jahr in die Hitze, normalerweise zwischen Januar bis März. Einige Hündinnen können jederzeit in die Hitze kommen, jedoch nur einmal pro Jahr. Rüden und Hündinnen sind geschlechtsreif ab einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren.
Die Ost Siberian Laika ist von Jägern für Jäger gezüchtet. Nun ist sie eine der besten Jagdhunde für Gross und Kleinwild in Russland. In Russland sind Jagdhunde nur auf Ausstellungen zugelassen wenn sie sich im Feld bewährt haben. Dies ist hilfreich um jagdfähigere Hunde in die Zuchtpopulation zu involvieren. Tatsächlich ist die Ost Siberian Laika ein durchweg besserer Jagdhund als viele urtümlichen Hunde, wie sie noch in Ostsibirien existieren, weil sie ausschliesslich für die Jagd selektiert wurden.
Verhalten gegenüber Menschen:
Die Ost Siberian Laika ist nicht aggressiv gegenüber Menschen, aber sie ist ein guter Wachhund. Einige Hunde, wenn sie bestärkt werden entwickeln einen Schutztrieb gegen menschliche Eindringlinge. Die Ost Siberian Laika ist die ruhigste und ausgeglichenste Laika Russlands.
Verhalten gegenüber anderen Hunden:
Die Ost Siberian Laika hat einen starke ausgeprägten Territorialanspruch. Sie kann einem fremden Hund gleichen Geschlechts, welcher sich seinem Territorium nähert mit aggressiven Verhalten gegenübertreten. Ein Hund der aggressiv im eigenen Besitz ist wird unter Umständen nur zögernd andere Plätze aufsuchen wo andere aggressive Hunde leben. Die Ost Siberian Laika ist ein starker und talentierter Kämpfer, aber sie sind keine Kampfhunde, sie kämpfen nur um ihre Probleme zu lösen, nicht zum Sport oder um andere Hunde zu töten. Zum Beispiel kann ein territoriales Problem einen Kampf auslösen, ein potenzieller Paarungsrivale, Futter, ein Rangordnungsproblem etc.
Verhalten gegenüber domestizierten und Wildtieren:
Die Ost Siberian Laika ist von Natur aus ein Jagdhund und sehr aggressiv gegenüber allen grossen Raubtieren. Er lässt sich leicht erziehen die Hoftiere und Haustiere in Frieden zu lassen. Doch wie bei vielen Jagdhunden reizen ihn Kaninchen und Katzen. Katzen des gleichen Haushaltes werden leicht akzeptiert und in Ruhe gelassen, aber fremde Katzen die sich dem Grundstück nähern werden gejagt und wie Wild behandelt. Kaninchen sollten in festen, stabilen Käfigen, eingezäunt oder im verschlossenen Stall, vor dem Hund geschützt gehalten werden.
Verwendung:
Die Ost Siberian Laika ist ein Jagdhund mit starkem natürlichem Instinkt für die Jagd von Gross und Kleinwild. In Russland werden sie für diverse Wildtiere eingesetzt, Eichhörnchen, Marter und Zobel, Elch, Wildschwein und Bär. In der Jagdsuche ist ein typischer Gang ein Trap der mit einem Galopp wechselt. Die Stärke und Ausdauer dieser Hunde lässt sie schnell arbeiten in tiefem Schnee, in hohem Grass, in den Sümpfen, auf felsigem Gelände oder schwimmend nahe dem Gefrierpunkt. Wie auch immer, er ist ein sehr effizienter Jagdhund. Die Ost Siberian Laika ist ein guter Schlittenhund. Auch auf Wandertouren ist sie ein guter Begleiter, wenn sein Jagdwunsch nicht als Belästigung/Ärgernis angesehen wird. Auf Wanderungen, beim Camping oder in der Nähe des Hofes ist die Präsenz einer Ost Siberian Laika sehr hilfreich, weil dieser Hund aggressiv vor gefährliche Raubtiere beschützt und diese verbellt, wie zum Beispiel den Berglöwen und den Bär. Dieser Hund wird ein störendes Raubtier mit Drohgebärden bedrängen um sich selbst zu verteidigen und es auf den Baum jagen oder vertreiben.
Die Ost Siberian Laika ist nicht geeignet in einer Stadt zu leben, es sei denn, es wird ihr häufig gewährt an einem sicheren Platz frei zu rennen. Wird sie regelmässig frei trainiert, ist sie in guter körperlicher Verfassung, selbst wenn sie im Haus, eingesperrt oder angekettet lebt.